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13.11.2016

Seemannsgarn - meine Zeit auf See - Teil 8

Wir fuhren nach dem Indischen Ozean durch die Straße von Mallaka. Die Straße von Mallaka ist berühmt-berüchtigt für ihre Piratenüberfälle. Unser Schiff wurde vorher absolut abgeschlossen, so dass man lediglich über die Brücke in das Schiff gelangen konnte. Durch die eisernen Schotten (also den Türen) hätten sich die Piraten nur durchsprengen können, wenn ihnen das überhaupt gelungen wäre. Immerhin handelte es sich bei den in der ehemaligen DDR gebauten Handelsschiffen um Hilfsschiffe, Schiffe, die im Kriegsfall als Militärversorger eingesetzt worden wären. Wir konnten uns – theoretisch – gegen einen Angriff mit ABC-Waffen von der Außenwelt abschotten.

Was mir noch in Erinnerung geblieben ist, ist die Ansprache des Kapitäns, gerade wir Auszubildenden sollten nicht auf die Idee kommen, den Helden zu spielen, falls es zu einem Überfall kommen sollte. „Gebt den Leuten, was sie von euch wollen.“ Das waren die Worte, die wir in diesen Tagen mehr als hundertmal, auch und gerade von den alten Matrosen gehört hatten. Ich denke, im Ernstfall, falls es zu einem Überfall in diesen Gewässern gekommen wäre, wäre dies so eine Art Lebensversicherung gewesen. Zum Glück kam es nicht dazu.

Unser erster Hafen nach der Straße von Mallaka war Singapur. Beim Anblick dieser Stadt musste ich als Kind vom Dorf einfach nur Staunen, ich glaube, ich habe meinen Mund die ersten fünf Minuten überhaupt nicht schließen können. Wir lagen damals auf Reede vor der Stadt und wollten lediglich Kraftstoff übernehmen. Dazu mussten wir nicht in den Hafen einlaufen. Aber diese Silhouette, diese Wolkenkratzer, einfach Wahnsinn.

Irgendwann holte ich wohl meinen Fotoapparat heraus und schoss wie wild Fotos. Ich konnte gar nicht genug von dieser Stadt bekommen, diesem Anblick, Wolkenkratzer, wie ich sie vorher nur von Bildern oder aus dem Fernsehen kannte, dazu Palmen und Meer… Ein bisschen erinnerte mich die ganze Szene auch an Miami Vice, blöd nur, dass ich damals nicht ein paar Minuten wartete, bis sich meine Kamera an das Klima „gewöhnt“ hatte. Sämtliche Bilder waren so, als ob Singapur völlig im Nebel lag, weil meine Kamera auf Grund der Luftfeuchtigkeit beschlug. Aber von Bild zu Bild wurde es besser, lichtete sich der Nebel. Und ich spreche hier von einer Kamera, die noch einen Film hatte, der entwickelt werden musste. Nichts mit Digitalkamera, die gab es damals noch nicht…

Admin - 20:31 @ Seefahrerei | Kommentar hinzufügen

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