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29.12.2016

Seemannsgarn - meine Zeit auf See - Teil 12

Nach zwei Stunden, in etwa, verabschiedeten sich die älteren Matrosen und ließen uns allein. Sie meinten noch, dass man sich hier in diesen Laden auch hervorragend massieren lassen könnte. Und das war das Startsignal: Fünf von uns sieben sprangen auf, fragten im Laden nach und verschwanden. Ich saß mit einem Kumpel allein an dem großen Tisch und wir tranken beide einen Drink, schwatzen über dies und das. Komischerweise nicht unbedingt über die Seefahrt sondern eher darüber, wie es wohl jetzt zu Hause wäre. Allerdings muss ich sagen, es war kein Heimweh, was uns erfasste, es war eher ein Plaudern über die Zeit vor unserer Reise.

Irgendwann, es muss eigentlich schon so gegen zehn Uhr abends gewesen sein, auf der Terrasse saßen mittlerweile nur noch wir zwei, kamen vier oder fünf Vietnamesinnen heraus und fragten uns, ob sie sich zu uns setzen könnten. Klar, das war kein Problem für uns. Hinter den Mädels kam natürlich gleich der Kellner und fragte die Mädels, ob sie etwas trinken wollten. Hm, naja, dann kam auch gleich der Hinweis, „dass in Vietnam immer die Männer bezahlen würden“. Aha, daher wehte der Wind, wir hatten die Mädels also eingeladen.
Gut, so schlimm war das nicht, selbst für einen deutschen Auszubildenden waren die Preise absolut lächerlich. Ich glaube, ein Longdrink kam damals umgerechnet nicht einmal auf fünfzig Pfennig (25 Cent).

Neben mir saß, wie ich im Laufe des Abends mitbekam, so ziemlich das schönste Mädchen von ganz Vietnam. Und das Angenehme für mich war, sie konnte deutsch, da sie mehrere Jahre in der ehemaligen DDR gelebt hatte. Viel mehr konnte ich nicht herausbekommen oder ich habe es einfach vergessen. Wie auch immer. Wir unterhielten uns gut. Irgendwann kamen die anderen von ihrem Massageerlebnis zurück und waren begeistert, erzählten uns beiden, die wir nicht beim Massieren gewesen waren, wie toll es gewesen wäre. Auch die anderen Massagemädels kamen hinzu, setzen sich und bestellten bei „unserem“ Kellner einen Drink nach dem anderen.

Mir war das alles in diesem Moment relativ egal, ich wollte mich mit dem Mädel neben mir unterhalten, irgendetwas Faszinierendes ging von ihr aus. Ein Leuchten in ihren Augen, wenn sie mir erzählte, was sie vorhatte, ihre Träume, Wünsche… Aber wir wurden andauernd unterbrochen, was sicherlich auch daran gelegen hat, dass zu diesem Zeitpunkt schon reichlich Alkohol geflossen war.

Nachdem wir das gefühlte hundertste Mal unterbrochen wurden, legte sie mir ihre Hand auf den Arm und winkte mit dem Kopf, dass ich ihr folgen sollte, was ich auch tat. Wir zwei standen dann im Eingangsbereich und sie meinte, nachdem sie mir die Arme um den Hals gelegt hatte, dass sie auch massieren könnte. Immerhin wären jetzt alle Zimmer frei. Eine leichte Freude „durchzog mich“, um es mal umständlich zu formulieren. Also ging ich hinter ihr her. Dummerweise, damals musste ich unwillkürlich schmunzeln, stand plötzlich der Kellner vor mir.
„Massage macht vier Dollar.“
Okay, also zahlt ich ihm die vier Dollar und bekam sogar eine Quittung. Für mich war das damals überhaupt nicht wichtig, aber genau diese Quittung habe ich bis heute noch. Wobei ich nicht sagen könnte, was wirklich drauf steht …

Admin - 19:39 @ Seefahrerei | Kommentar hinzufügen