Stefan Rühlmann

Bücher und Zeichnungen

Mein blog

Auf dieser Seite werde ich in regelmäßigen Abständen Ausschnitte meiner Bücher, Geschichten oder auch Bilder, wenn sie gerade entstehen, einstellen.

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  • Seemannsgarn - Meine Zeit auf See - Teil 19
  • Seemannsgarn - Meine Zeit auf See - Teil 18
  • Seemannsgarn - Meine Zeit auf See - Teil 18
  • Seemannsgarn - Meine Zeit auf See - Teil 17
  • Weil die Zeit sich berühren will - Buch 3; Teil 4

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12.04.2017

Seemannsgarn - meine Zeit auf See - Teil 16

Wie ich schon erwähnte, Saigon war einer der besten Häfen, die ich jemals besucht hatte, aber trotzdem geht diese Zeit auch irgendwann einmal vorbei. Wir liefen tatsächlich am 26. aus, wie mein Fahrer mir vor ein paar Tagen schon sagte. Eigenartig.

Nach meiner letzten Fahrt mit ihm fragte ich, was er denn für die Tage, die er mich in Saigon herumgefahren hatte, bekommen würde: „Zwei Schachteln Zigaretten und fünf Dollar.“ Hinterher erfuhr ich von den alten Matrosen, dass wir mit den fünf Dollar die Preise nach oben getrieben hätten. Normalerweise bekommen die Fahrer nur zwei bis höchstens drei Dollar – und das für sieben Tage…?!

Mir ist von diesem letzten Tag auch noch eine andere Episode im Gedächtnis haften geblieben. Diese ist mir irgendwie auch sehr unangenehm: Als ich mit meinem Fahrer verhandelte, sagen wir lieber, ich hab ihm einfach das Geld gegeben, welches er verlangt hatte, war ich wohl einer der letzten von uns sieben gewesen, der fertig geworden war. Wie gesagt, einer von uns Auszubildenden hatte sich grundsätzlich nie mit uns zusammen auf „Landgang“ gewagt. Aber das hatte andere Gründe, davon später mehr. Jedenfalls gab ich meinem treuen Rikscha-Fahrer gerade die fünf Dollar, als schlagartig alle anderen Fahrer losrannten, sich anfingen zu prügeln und dann hörte ich das Gelächter meiner Kollegen.
Die hatten, weil wir ja „Dong-Millionäre“ waren, ihr restliches Geld einfach in die Luft geworfen. Den Rest kann sich wohl jeder vorstellen. Auch mein Fahrer wollte plötzlich losstürmen und so viel von dem Geld einsammeln, wie er bekommen konnte. Aber ich hielt ihn am Arm fest, zog ihn zu mir und nahm seine Hand, hielt ihn fest. Dann drückte ich ihm meine restlichen vierzig- oder fünfzigtausend Dong in die Hand. Ich weiß noch genau, wie ungläubig er mich angesehen hatte. Und dann ging ich los, durch den Zoll, ich wollte meinen Kollegen hinterher, auf unser Schiff zurück. Doch meine Kollegen wurden gerade vom Zoll gefilzt.

Ich nicht…

Admin - 19:27 @ Seefahrerei | Kommentar hinzufügen