Stefan Rühlmann

Bücher und Zeichnungen

Mein blog

Auf dieser Seite werde ich in regelmäßigen Abständen Ausschnitte meiner Bücher, Geschichten oder auch Bilder, wenn sie gerade entstehen, einstellen.

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  • Weil die Zeit sich berühren will - Buch 3; Teil 4
  • Seemannsgarn - meine Zeit auf See - Teil 16
  • Weil die Zeit sich berühren will - Buch 3; Teil 3
  • Weil die Teit sich berühren will - Buch 3; Teil 2
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10.03.2017

Weil die Teit sich berühren will - Buch 3; Teil 2

Ich versuchte noch einmal abzuschätzen, um wieviel Männer es sich handeln könnte, als sich aus einer Gruppe drei Berittene lösten und auf unser Tor zubewegten. Maria griff mich plötzlich an den Arm, ich spürte, wie kalter Schweiß auf ihrer Haut lag.
„Alles gut bei dir, Maria?“
„Ja, ja. Siehst du den Kerl in der Mitte der drei Reiter?“
„Der ohne Helm?“
„Ja …“
Plötzlich erkannte ich den Kerl. Deutlich konnte ich sein Grinsen im Gesicht sehen, ein überhebliches, arrogantes Lachen, welches sich über sein gesamtes Gesicht zog. Es war Gunnar, der Gunnar, der Enrico und Liese auf dem Gewissen hatte, der Gerda und Siegmunds Haus angezündet und schlussendlich aus Gena verbannt worden war. Der Gunnar, der eigentlich viel lieber selber mit dem Gut Ballenstedt belehnt worden wäre, was durch meine Anzeige damals zunichte gemacht wurde.
Jetzt stand er vor unserem Tor und hob seinen rechten Arm zum Zeichen, dass er etwas zu sagen hatte.
„Eckehardt, Hannes, ich bin Gunnar.“
„Als ob ich den jemals vergessen könnte, Hannes.“
Ich gab Maria recht, indem ich sie ansah und nickte.
„Ich bin“, rief Gunnar weiter, „vom rechtmäßigen Markgrafen, Herrn Gunzelin, mit dem Gut Ballenstedt belehnt worden. Deshalb fordere ich euch auf, sofort das Tor zu öffnen und von hier zu verschwinden. Andernfalls …“ Gunnar drehte sich um und zeigte auf die hinter ihm stehenden Soldaten.
„Das war eine unmissverständliche Drohung, als ob wir das nicht selber sehen.“
Eckehardt schaute von mir zu Maria und weiter zu Gunther.
„Herr Eckehardt, wir könnten einen unserer Männer in die umliegenden Dörfer schicken, dort liegen immer noch sechzig Leute von uns.“
„Die werden nicht rechtzeitig hier eintreffen. So wie ich das sehe, ist Gunnar zu allem entschlossen, daher hat er auch so viele Soldaten mitgebracht.“
„Wir haben noch zehn Armbrüste“, warf ich ein.
„Das nützt uns auch nicht viel. Schaut euch unser Tor doch einmal an, Gunnar muss bloß einmal dagegen husten und schon bricht es aus den Angeln. Nein, so leid es mir selber tut, das Gut gehört rechtmäßig Gunzelin, dem jetzigen Markgrafen. Wenn wir uns gegen ihn zur Wehr setzen, selbst wenn wir erfolgreich wären, kämen in ein paar Wochen fünf Mal so viele Truppen und dann helfen uns auch unsere sechzig Leute nicht weiter. Abgesehen davon liefern wir dem Kaiser dann erst Recht einen Vorwand, um gegen uns vorzugehen.“
Eckehardt holte tief Luft.
„Nein, ich fürchte, wir werden das Gut diesem Verbrecher übergeben müssen, so leid es mir selber tut.“
Als wenn Gunnar unten zugehört hätte, kam seine Antwort, die eigentlich eine Frage war:
„Und? Haben die Herren es sich überlegt? Oder muss ich kommen, um euch davonzujagen.“
Eckehardt stellte sich näher an die Brüstung heran, so dass Gunnar ihn wirklich hören konnte. Dann ertönte seine weit tragende Stimme:
„Gunnar. Gebt uns drei Stunden, dann öffnen wir das Tor und ziehen ab.“
„Ich will, dass ihr sofort das Tor öffnet und von hier verschwindet.“
„Drei Stunden, Gunnar.“
Gunnar schien zu zögern und sah seine neben ihn stehenden Begleiter unsicher an. Einer der Männer nickte und sagte etwas zu Gunnar, was wir nicht verstehen konnten.
„Gut, ich gebe euch eine Stunde. Solltet ihr dann nicht das Tor öffnen, dann hole ich euch hier eigenhändig raus.“
„Wir kommen allein.“
Damit wandte sich Eckehardt zu uns um.

Admin - 20:11 @ Weil die Zeit sich berühren will - Teil 3 | Kommentar hinzufügen